past children's  books

Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

G. Löwensohn Verlag



Im Jahr 1817 wurde Gerson Löwensohn in Fürth geboren. 1844 bekam er von der Stadt Fürth die Lizenz für die Gründung einer Kupfer- und Stahlstichdruckerei. Hieraus entwickelte sich die Bilderbücherfabrik G. Löwensohn. Ab 1859 arbeitete er als Lithograf und  begann die verlegerische Tätigkeit im Bereich Kinder- und Bilderbuchproduktion. Zunächst wurden die Bilder zwar noch aus England importiert aber wenig später erfolgte dank der Lithografie die Herstellung auch in Fürth. Durch die Gründung einer Sortimentsbuchhandlung im Jahr 1863 wurde auch der Vertrieb der Produkte in die eigene Hand genommen.

Als Gerson Löwensohn 1871 starb, übernahm seine Ehefrau Helene, geborene Zenner (1821-1914) gemeinsam mit den beiden Söhnen Theodor (1853-1931) und Bernhard (1849-1910) die Firma. Zur Weiterführung und Vergrößerung des Verlages kam der glückliche Umstand, das das Vermögen des Großvaters Isaac Löwensohn (1777-1854)zur Verfügung stand. Helene und Gerson Löwensohn hatten auch noch eine gemeinsame Tochter Clementine (1847-1923). Im Jahr 1890 trat Kommerzienrat Albert Rosenfelder als Teilhaber in die Firma ein. Ende der 1920er Jahre wurde die Firma von Gustav Löwensohn geleitet, sein Bruder Robert Löwensohn und Ernst Rosenfelder unterstützen ihn dabei. Löwensohn produzierte bis 1894 über 700 Titel in 11 verschiedenen Sprachen so auch in italienisch für den Verlag "Bemporad"

Im Jahr 1929 übernahm das Unternehmen die Berliner Pestalozzi Verlags-Anstalt. Hieraus leitete sich der spätere Name Pestalozzi Verlag ab.

Ebenfalls 1929 wurde auf Initiative von Robert Löwensohn und des Montrealer Druckers Louis Vilette in Fürth die Bias Verlag GmbH gegründet. Inhaber waren Robert Löwensohn und Ernst Rosenfelder - Geschäftsführer war hingegen Pierre Delpeuch der die Firma bis 1940 leider fast in den Ruin wirtschaftete. Der Name leitete sich vom Motto „Bilderbücher in allen Sprachen“ ab, das sich z.B. im Briefkopf der Firma G. Löwensohn fand. Zweck war der Vertrieb der Bücher im Ausland. Eine Niederlassung wurde in Paris gegründet. 1941 wurde Louis Vilette Mehrheitsgesellschafter, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Die Société nouvelle des éditions Bias / Èdition Bias veröffentlichte bis 1992. Eigentümer wurden in späteren Jahren u.a. Éditions Touret und Éditions Milan.

Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 geriet das jüdische Unternehmen G. Löwensohn in Schwierigkeiten. Schließlich mußte das Unternehmen 1936/37 an die Kunstanstalten May (Verleger von religiösen Bildern und Ausstattungen) (KAMAG) in Dresden verkauft werden. Der Kaufpreis war angemessen aber 95% wurden durch die damaligen Behörden beschlagnahmt. Der Name änderte sich in Pestalozzi Verlag. Der ehemalige Prokurist Emil Franke wurde Geschäftsführer der GmbH. Die Rückerstattung des durch die Nazis enteigneten jüdischen Vermögens ermöglichte es den Familien Rosenfelder und den Erben von Gustav und Robert Löwensohn nach dem Krieg 40 Prozent des Pestalozzi Verlags wieder zu erlangen. Tatsächlich waren es 50 Prozent aber ein Anteil von 10 Prozent wurde an Emil Franke (1907-1984) für sein Engagement zum Erhalt des Verlages übertragen.

Ernst Rosenfelder lebte mit Beginn des Krieges in England und vertrieb ab den 50ziger Jahren von seinem Wohnsitz in Stenham aus die englischen Bücher des Pestalozzi Verlages in alle englischsprachigen Länder der Welt - hierzu wurde extra die Firma "BRIMAX" mit seinem Sohn George Rogers gegründet.

1961 wurde unter anderem von Gerard Langlois (Gerhard Löwensohn) "Pestalozzi France" Buchhandel und Geschenke gegründet, welche einige Jahre später wegen der besseren Trennung der Geschäftsfelder in "Pestalozzi France" und "Geni" aufgeteilt wurde. 1983 wurde die Firma aufgelöst.

Der verbleibende Anteil in Deutschland wurde 1980 an Dr. Engelhardt verkauft der zu diesem Zeitpunkt bereits die Mehrheit am Verlag besaß. Der Pestalozzi Verlag wurde dann in den ersten Monaten des Jahres 2000 an Egmont Kopenhagen einem dänischen Verleger verkauft und im Sommer 2007 geschlossen.

Quellen:

  • Geschichte der Familie Löwensohn von Gerad Langlois (Gerhard Löwensohn 31.10.1926 in Fürth geboren, gestorben am 16.02.2013 in Paris)

— Fürth Wiki : Bilderbücherfabrik Löwensohn
— Blog Fiorda 14-18 : Bilderbücherfabrik Löwensohn
— l’Institut Mémoires de l’édition contemporaine (IMEC)
— 150 Jahre Pestalozzi-Verlag (ISBN 3-614-42801-X), Pestalozzi-Verlag, 1994.