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Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

Amelie Linz (1824–1904): Eine bedeutende Stimme der deutschen Märchenliteratur

Unter den Pseudonymen Amelie Godin oder schlicht Amelie prägte Amelie Linz die Kinder- und Jugendliteratur des späten 19. Jahrhunderts entscheidend mit. Als Tochter einer Baronin und Gattin eines Offiziers fand sie erst über eine private Krise zu ihrer Berufung als Schriftstellerin. Ihre Werke zeichnen sich durch eine besondere Empathie aus, die oft auf ihren eigenen Erfahrungen als Mutter basierte.


Biografie: Von der Mainzer Isolation zur Münchener Literaturgesellschaft


Amelie Linz wurde in eine intellektuelle Familie hineingeboren und genoss eine klassische Hausausbildung, die ihr den Zugang zu den höchsten Künstlerkreisen Münchens ebnete. Ihr Weg zur Schriftstellerei war jedoch eng mit ihren persönlichen Lebensumständen verknüpft.

  • Herkunft & Einflüsse: Geboren in Bamberg als Tochter des Arztes Friedrich Speyer und der Baronin Clara von Godin. In ihrer Jugend in München pflegte sie Kontakte zu Geistesgrößen wie Graf Pocci und Wilhelm von Kaulbach, die ihren künstlerischen Blick schärften.
  • Wandlung zur Autorin: Während ihrer Zeit in Mainz (ab 1850) zwang sie eine mehrjährige Krankheit zum Rückzug. Diese Phase der Isolation nutzte sie schöpferisch und veröffentlichte 1858 ihr Debüt „Märchen von einer Mutter erdacht“.
  • Spätwerk: Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1870 kehrte sie nach München zurück, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1904 ein umfangreiches Œuvre an Erzählungen und Märchen schuf.

Amelie Linz im G. Löwensohn Verlag: Märchen für kleine Leute


Die Zusammenarbeit mit dem Fürther Verlag G. Löwensohn unterstreicht die Popularität ihrer Werke gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Löwensohn, bekannt für seine hochwertigen Bilderbücher, nahm mehrere ihrer Erzählungen in sein Programm auf, die oft in verschiedenen Ausgaben erschienen.


Nachgewiesene Werke im Löwensohn Verlag:

  • Märchen (1890): Erschienen unter der Verlagsnummer 299; eine Sammlung, die ihren Ruf als klassische Märchenerzählerin festigte.
  • Die kleinen Vlämen / Geschichten für kleine Leute (1890/1893): Unter der Verlagsnummer 705 veröffentlicht, zeigen diese Ausgaben die Strategie des Verlags, erfolgreiche Stoffe mehrfach und in unterschiedlichen Formaten zu verwerten.
  • Märchen aus aller Herren Länder (1893): Ein Werk, das die internationale Ausrichtung und den kulturellen Weitblick der Autorin widerspiegelt.



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