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Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

Karl Zinn

Monogramm von Karl Zinn


Deutscher Zeichner, Dekorationsmaler, Lithograf und Holzstecher

Karl Zinn, im März 1862 als Pfarrerssohn in Eppstein geboren, war ein herausragender Vertreter der Nürnberger Grafik- und Illustrationskunst an der Wende zum 20. Jahrhundert. Sein Werdegang – vom Abiturienten der Königlichen Studienanstalt in Erlangen (1879) bis zum Meisterschüler der

Gemälde im "Germanischen Nationalmuseum" Nürnberg von Karl Zinn


Kunstgewerbeschule Nürnberg – legte den Grundstein für eine Karriere, die akademische Präzision mit der aufstrebenden Massengrafik seiner Zeit verband.

Besondere Bedeutung erlangte Zinns Schaffen in der engen Zusammenarbeit mit den führenden Verlagen der Region. Zwischen 1885 und 1900 prägte er maßgeblich das visuelle Profil des Löwensohn Verlags in Fürth. Löwensohn war zu dieser Zeit ein global agierendes Unternehmen, weltberühmt für seine Bilderbücher, Ausschneidebögen und Zinn gelang es, die hohen handwerklichen Anforderungen dieser „Metropole“ mit mit künstlerischem Anspruch zu füllen.



Aus der "Gartenlaube" Heft 50 1891

Zinns künstlerische Handschrift zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Vielseitigkeit aus: In seinen Arbeiten für Die Gartenlaube (1891) und das Germanische Nationalmuseum bewies er ein tiefes Verständnis für historische Szenen und Architektur. Ob bei seinen weit verbreiteten Nürnberger Ansichtskarten (u.a. für A. Schmittner (Fürth) oder Herman Martin (Nürnberg) oder den pädagogischen Illustrationen für die Zeitschrift „Jugendlust“ – Zinn verstand es, eine Atmosphäre von Geborgenheit und Detailverliebtheit zu schaffen, die den Zeitgeist des Bürgertums perfekt traf.

Eine Auswahl von Postkarten mit Motiven von Karl Zinn für verschiedene Verlage

Sein Atelier am Egidienplatz 24 (1888–1897) und später in der Inneren Cramer-Klett-Str. 14 (ab 1900) war eine Schmiede für Gebrauchskunst auf höchstem Niveau. Als „Maler für gewerbliche und kunst-gewerbliche Originale“ beherrschte er die seltene Gabe, Alltagsgegenstände durch seine Malerei in Kunstobjekte zu verwandeln.


Vignetten und Bilder in der Zeitschrift "Jugendlust"

Zeitleiste:


Allgemeine Schulausbildung Volksschule ab 1868 -71

Gymnasium an der Königlichen Studienanstalt zu Erlangen in der Latein Klasse ab 1871/72 eine neunjährige Ausbildung mit Abitur 1879

Kunstgewerbeschule Nürnberg ab 1879/80 – Schule für Zeichenlehrer

1880-1881 – Dekorationsmaler gelernt.

1885 – 1900: Intensive Schaffensphase als Buchillustrator für den Löwensohn Verlag (Fürth) und den Carl Schaller Verlag.

1888: Auszeichnung und Ausstellung des Magdeburger Maurer-Diploms im Dürer-Verein.

1891: Publikation in der „Gartenlaube“ (Nr. 50) über das historische Kinderspielzeug.

1891 – 1893: Entstehung der Gemälde im Bestand des Germanischen Nationalmuseums.

1897 – 1901: Illustrationen für die Zeitschrift „Jugendlust“.

Um 1900: Hochphase der Postkartenentwürfe für Verlage wie A. Schmittner (Fürth), Max Eichinger (Ansbach) und Arthur Schürer (Berlin).

Bücher des Löwensohn Verlages mit Illustrationen von Karl Zinn


Nachweislich sind folgende Bücher im Löwensohn Verlag von ihm illustriert:

1885 Der gestiefelte Kater (bewegliches Ziehbilderbuch – hier die französische Ausgabe „Le Chat Botte“                  von  A. Capendu/ Paris)

1885 Ostafrikanische StrandläuferText Robert Hertwig

1890 Laterna Magica Alphabet Vlgs.Nr.; 802

1893 Das Wunderland-Neueste Märchen (1893) Text Robert Hertwig,

1894 Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht Text C.G.B. Von Löwenberg

1895 Der Zoologische Garten Tierbilderbuch Heinrich Leutemann – Buchcover Karl Zinn,

1895 Neuer Anschauungsunterricht (Beteiligung)

Seine Entwürfe für den Löwensohn Verlag bestachen durch klare Konturen und eine lebendige Farbigkeit, die ideal auf das Medium der Lithografie und des Farbdrucks abgestimmt war.

Heute wird Karl Zinn als ein Künstler geschätzt, der die Brücke zwischen der alten Handwerkskunst des Holzstichs und der modernen Farblithografie schlug und dessen Werke bis heute als Referenz für die grafische Identität Nürnbergs um 1900 gelten.

Auswahl von Illustrationen in Büchern des Löwensohn Verlages


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