past children's  books
Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

Walker Books & ASS Verlag – Die „Fairytale Castles“ Burggeschichten (1983–1984)

Mit der Erfassung der spektakulären Reihe der „Burggeschichten“ aus dem Jahr 1983 dokumentiert das Archiv eine der herstellungstechnisch anspruchsvollsten Meisterleistungen der modernen Pop-up- und Spielbuchgeschichte. Die Originalausgaben wurden im Jahr 1983 in einer ersten und 1984 in einer zweiten Auflage vom Londoner Kinderbuchverlag Walker Books Ltd. (gegründet 1978) unter dem offiziellen englischen Serientitel „Fairytale Castles“ herausgebracht. Fast zeitgleich lizenzierten große europäische Verlage dieses System für ihre Heimatmärkte. Im deutschsprachigen Raum übernahm die ASS Verlag GmbH (Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken, Leinfelden-Echterdingen) die Lizenzproduktion für drei ausgewählte Bände. Das Konstruktionsprinzip dieser Buch-Objekte markiert ein wahres Kunstwerk der Papiertechnik. Die Märchen sind als fortlaufende Bänder (Leporellos / Concertina-Style) direkt in ein massives, architektonisch gestaltetes Gehäuse aus schwerer Litho-Pappe eingebettet, das die Form einer historischen Burg besitzt. Durch das Ziehen einer integrierten Lasche an der Unterseite entfaltet sich die gesamte Konstruktion zu einem kreisrunden, dreidimensionalen Guckkasten-Diorama, bei dem der erzählte Text von plastischen, dreidimensionalen Burgräumen flankiert wird.

deutsche Version

niederländische Version

spanische Version

englische Version

französische Version


italienische Version




(nicht vorhanden)


(nicht Vorhanden)




(nicht vorhanden)

(nicht vorhanden)

(nicht Vorhanden)






(nicht Vorhanden)










Beauty and the Beast (nicht vorhanden)

La belle et la Bete (nicht vorhanden)





Sleeping Beauty (nicht vorhanden)



Hinter diesem anspruchsvollen System standen die unangefochtenen Koryphäen der Pop-up-Moderne. Das mechanische Design und das Paper-Engineering stammen von James Roger Diaz (der die Tradition der beweglichen Bücher im Geiste Lothar Meggendorfers maßgeblich prägte) und dem US-amerikanischen Pop-up-Künstler John Strejan (1933–2003). Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem weltweiten Branchenpionier Intervisual Communications Inc. Für die visuelle Pracht und die detailreichen Farbillustrationen der Kulissen zeichneten die britischen Spitzenzeichner Rory Kee und Andrew Mawson verantwortlich.

Hier Bilder im aufgeklappten Zustand einschließlich Innenaufnahmen (der spanischen Version) - alle Boxen sind in Ihrer Aufmachung gleich



























Das System umfasste drei komplementäre Bände, die über ein globales Verlagsnetzwerk zeitgleich in zahlreichen Ländern erschienen:

  • • Deutsche Ausgabe (ASS Verlag, 1983): Erschien als dreiteiliges Set unter den klassischen Titeln „Aschenputtel“, „Dornröschen“ und „Tausendschön“.
  • • Englische Originalausgabe (Walker Books, 1983): Vertrieben als „Cinderella“, „Sleeping Beauty“ und „Beauty and the Beast“.
  • • Niederländische Ausgabe (1983): Verlegt in Bussum bei der Uitgeverij Unieboek / Van Reemst.
  • • Französische Ausgabe (1983): Erschien in Paris bei Albin Michel Jeunesse.
  • • Spanische Ausgabe (1983): Herausgegeben in Madrid bei der Ediciones Montena S.A.
  • Italienische Ausgabe (1983): (Arnoldo Mondadori Editore) "I Castelli delle fiabe" (Cenerentola, Bella e la Bestia, La bella addormentata)

Einen herausragenden Beleg für den globalen Erfolg dieses Systems liefert der asiatische Markt. Im Jahr 1983 erschien eine exklusive japanische Lizenz-Ausgabe, gedruckt und verlegt von dem 1876 in Ginza, Tokio, gegründeten Druckerei- und Mediengiganten Dai Nippon Printing Co., Ltd. (DNP). Die anspruchsvolle Übersetzung und redaktionelle Anpassung für den japanischen Erstlesermarkt übernahm die namhafte Journalistin und Übersetzerin Kazuko Ueno (geboren 1959 in Osaka, wohnhaft in Paris). 

Die japanische Trilogie umfasste lückenlos die Bände:

• シンデレラ (Cinderella)

• ねむりひめ (Dornröschen / Sleeping Beauty)

• びじょとやじゅう (Die Schöne und das Biest / Beauty and the Beast)


Da das wiederholte Auseinanderziehen und Zusammenfalten der Kartonburgen enorme mechanische Spannungen erzeugte und viele Laschen im Laufe der Jahrzehnte in den Kinderzimmern abrissen, gehören diese filigranen Burgen im unbeschädigten und voll funktionsfähigen Zustand heute weltweit zu den gesuchtesten Raritäten der postmodernen Papier-Ephemera.


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