past children's  books

Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

Mulder & Zoon, Amsterdam 


Der Firmengründer Paul Mulder (geb.1875) hatte eine Ausbildung als Drucker und Lithograf in einer damals großen Druckerei namens "Belderbos & Coesel. 1922 hat er eine eigene kleine Druckerei in Amsterdam am Ufer der Amstel gegründet. Im Jahr 1930 als das Unternehmen gut florierte wechselte er in Elandstr. wo er dann seine Söhne Bep Mulder (geb.1898) als Verkäufer und Jan Mulder (geb.1900) als gelernten Drucker einstellte. Sie erweiterten Ihr Unternehmen fortlaufend und konnten es auch während des 2.Weltkriegs erfolgreich durch Lieferungen von Werbe-Drucksachen an die deutschen Besatzer fortführen.Während dieser Zeit gaben Sie mehreren Künstlern die Möglichkeit durch den Abkauf von Kinderbuchdesigns und Illustrationen zu überleben. Auf diese Weise baute Mulder seinen Bestand an Projekten für die Veröffentlichung nach Beendigung des Krieges weiter aus. Noch im Sommer 1945 kaufte man die Räumlichkeiten der Druckerei Belderbos & Coeselm und gründete den Verlag "Mulder & Zoon" dessen Logo eine stilisierte Windmühle wurde weil Mulder in Niederländisch "Mühle" heißt und auf der unteren Seite zu einem "M&Z" führt. Im Vergleich zu anderen Konkurrenten hatte das Unternehmen zwei große Vorteile in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit unmittelbar nach dem Krieg, wo andere Verlage ernsthafte Probleme hatten genug Papier zu bekommen um ihre Buchproduktion wieder aufzunehmen hatte Mulder seine eigene Kartonfabrik um so durch das Drucken ihrer Bilderbücher auf schwerem Karton diesen Mangel zu umgehen. Außerdem hatte Mulder ja sein großen Bestand an unveröffentlichten Projekten. Viele der zwischen 1945 und 1950 veröffentlichten Bücher waren von Rie Cramer, Rie Reinderhoff, Dick Eshuis, Willy Schermele, Nans van Leeuwen, Pax Steen, Truus Vinger, Kees Meys und andere die bereits in den 20er und 30er Jahren einen Namen hatten. Neu dazu gekommen waren Len van Groen, Coen van Hunnik, Jan Wiegman, Corrie Groos und Ben van Voorn .
Die Texte vieler Mulder-Bücher wurden von Clinge Doorenbos (1884-1978) geschrieben der bereits für hunderte Kinderbücher vor dem Krieg verantwortlich war. Einige andere Texte wurden von den Ehefrauen der Brüder Mulder sowie der Herrn van Groen und van Voorn verfasst. Erst 1947 wurde Mulder&Zoon als offizeller Verlag in den Niederlanden eingetragen. Ihr erster Katalog von 1951 umfasste bereits 210 Titel. Mitte der 50ziger Jahre gründete Mulder eine Außenstelle in Deutschland in Emmerich am Rhein. Mulder war ein typischer Vertreter eines Industrieverlages mit der Massenherstellung von Bilderbüchern, Malbüchern, Puzzles, Brett- und Würfelspiele sowie Ansichtskarten und anderen Drucksachen die sie hauptsächlich an Spielwarengeschäfte und Warenhäusern vertrieb. In ihrem Katalog von 1959 kündigten sie stolz eine Produktion von 5 Millionen gedruckten Exemplaren an. Die bekanntesten Bücher wurden die 11 Pop-Up Bücher der Serie "Come to Life Stories", Panoramabücher, die Gai Moulin Bilderbücher "Multiplans" , verwandelbare Bücher mit Kopf und Beinen (1950-54) sowie mehrere "Augenbücher" (1951-54) und bewegliche Bücher mit Tieren zwischen 1956/57. Im Jahr 1959 veröffentlichte Mulder dann eine weitere Neuheit mit einer 8teiligen Märchenserie mit aufgepresster Schallplatte auf dem Cover (33 1/3 U/min) parallel dazu gab es 4 Malbücher mit Schallplatte in der Titelseite. Ende der 60ziger Jahre wurden dann nochmal eine Reihe von 8 Pop-Up-Büchern herausgebracht. 1964 beteiligte sich Mulder an der Gründung des Favorit-Verlages in Rastatt/Deutschland der von Anfang an Mulder Produkte verbreitete. 1968 wurden hier 4 weitere Pop-Up Bücher (Levende Platte) lebende Bilder herausgegeben. Fast alle beweglichen Bilderbücher des Verlages wurden international in englisch, französich und anderen Sprachen veröffentlicht.
Um 1970 stagnierte die Firma auf Grund des Alters der Brüder Mulder und es musste eine Lösung gefunden werden da Ihre Kinder keinerlei Interesse an dem Unternehmen hatten. Im Jahr 1972 verkauften Sie das Unternehmen an die Ray Turner Group und der wiederum ein Jahr später an die Hester Group die dann 1976 von Internatio-Müller übernommen wurden. In den folgenden Jahren wurden unter dem Namen Mulder nur noch wenige Neuheiten veröffentlicht so das die Neuproduktion 1988 gestoppt wurde und es nur noch bis 1997 Nachdrucke gab. Schließlich am 29. August 2006 wurde Mulder für bankrott erklärt.