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Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur


Johann Peter Werth

Johann Peter Werth (1899)


Die Recherchen bestätigen, dass Johann Peter Werth (1876–1960) einer der bedeutendsten Spiele- und Bilderbuchgestalter des frühen 20. Jahrhunderts im fränkischen Raum war. Er prägte über Jahrzehnte das visuelle Erscheinungsbild von J. W. Spear & Söhne und später der Vereinigten Kunstanstalten (VKS/Senkeisen).


Wichtigste Erkenntnisse und Meilensteine:

1. Leben und Werdegang: 

J. P. Werth wurde 1876 in Barmen geboren und studierte an der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe sowie an der Kunstakademie München. Er war verheiratet mit Amalie Halder und hatte fünf Kinder, deren Porträts er gelegentlich als Vorlagen für seine Spiel- und Buchillustrationen nutzte.


2. Frühes Schaffen und Reklamemarken: 

Reklamemarken illustriert von JPW

Vor dem Ersten Weltkrieg gestaltete er im großen Stil sogenannte Reklamemarken für die lithographische Kunstanstalt Sigmund Spear (Nürnberg), den Bruder des Spielefabrikanten J. W. Spear. Diese kunstvollen Werbemittel, die er mit seinen Initialen J P W signierte, gestaltete er für Nürnberger Firmen und jüdische Kaufhäuser. Sie sind heute u. a. im Jüdischen Museum Berlin archiviert.


3. Die Ära J. W. Spear & Söhne (1913–1926): 

Nach seinem Umzug nach Nürnberg war er über ein Jahrzehnt als fester Hausgrafiker für Spear tätig. Er gestaltete legendäre Spiele wie das Trachten-Quartett (1910), das Neue Städte-Quartett (1913) sowie verschiedene Märchen- und Soldatenquartette. Nachdem Spear sich 1926 gestalterisch neu ausrichtete, arbeitete Werth freischaffend weiter.

Märchen Quartett, JW Spear & Söhne um 1915


4. Die VKS-Verbindung (ab 1930): 

Als freier Künstler übernahm er in den 1930er-Jahren umfangreiche Aufträge der Vereinigten Kunstanstalten. Aus dieser Zeit stammen das berühmte Deutsches Volkstrachten-Quartett, das heraldisch meisterhafte Städte-Wappen-Quartett, das Lustige Tier-Quartett sowie ein Frage- und Antwortspiel. In den Entwürfen hinterließ er feine persönliche Spuren, wie etwa eine Abbildung der Schwebebahn seiner Geburtsstadt Barmen.


5. Die Hanna-Zahn-Achse und Lilly Scherbauer: 

Bilderbücher im VKS

Im Internet lassen sich die von Ihnen genannten Kooperationen lückenlos nachweisen. Werth illustrierte in den 1930er-Jahren mehrere Kinderbücher von Hanna Zahn (Senkeisen) (wie Zwei Märlein, Mein 1x1 und Die Sonnenstrahlen). Hanna Zahn wiederum kooperierte in den 1950er-Jahren mit der Illustratorin Lilly Scherbauer für die beim VKS erschienene Pappbilderbuch-Serie 4150 (darunter Piepmätzchen guck in die Welt und Hähnchens Reise).


Nachdem er im Zweiten Weltkrieg ausgebombt worden war, zog er nach Rothenburg ob der Tauber, wo er am 3. Dezember 1960 als vielseitiger Landschaftsmaler und Heraldiker verstarb.


(Foto: Louis Stüting (+1921), Scan: Heied, Lizenz: CC BY-SA 4.0, https://creativecommons.org, )

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