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Meine Sammlung - Alte Kinder- und Jugendliteratur

Cigaretten Bilderdienst Hamburg


Zigarettenbilder stammen ursprünglich aus den USA, wo sie Ende des 19. Jahrhunderts von James Buchanan Duke, dem Gründer von American Tobacco, eingeführt wurden. Dresden wurde durch die Nutzung günstiger Schiffswege für die Einfuhr der Rohtabake schnell zum Zentrum der deutschen Zigarettenproduktion. Als Tabak immer häufiger in Form von Zigaretten verkauft wurde, kamen ab den späten 1920er Jahren Zigarettensammelbilder als beliebte Form der Werbung in Umlauf. Dieses Werbemittel ergänzte andere Werbemedien für Zigaretten, wie zum Beispiel Poster, die in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg häufig Verwendung fanden. Dafür wurden oft Bilder von populären Künstlerinnen und Künstlern verwendet. Dagegen warben Zigarettenfabriken in der Zeit vor 1920 kaum mit Serienbildern. Nach der Währungsreform 1923/24 wurden Zigaretten zunehmend mit Zigarettensammelbildern beworben. Dies war eine beliebte Strategie, Kunden (wieder) zu gewinnen. Zuerst wurden die Bilder einer Zigarettenschachtel beigelegt. Nachdem sich die Firma Reemtsma ab 1932 an dieser Art von Werbung beteiligte, waren Sammelbilder fast ausschließlich durch ein Scheck-System zu erwerben. Bilder wurden in Reihen herausgegeben, die wiederum in zusätzlich zu erwerbende Sammelbände eingeklebt werden konnten.

Der niedrige Preis von ca. 1 RM pro Album ermöglichte es darüber hinaus fast allen Sammlerinnen und Sammlern aus sämtlichen Bevölkerungsschichten, sich zu beteiligen. Die Zigarettensammelbilderalben wurden zum „Bilderbuch des kleinen Mannes“, da Zigaretten, im Gegensatz zu anderen exklusiveren
Kolonialwaren wie Tee, Kaffee und Schokolade, von allen Gesellschaftsschichten konsumiert wurden. Die führende Firma in der Herstellung von Zigarettensammelbildern war Reemtsma (zu der die Marken Jasmatzi, Constantin und Kreyssel gehörten). Gemeinsam mit der Firma Haus Neuerburg (mit den Marken Waldorf-Astoria, Zuban und Halphaus) kontrollierte Reemtsma über 75% des deutschen Marktes. Bahrenfeld war der Hauptfirmensitz von Reemtsma; von dort aus wurde der Cigaretten-Bilderdienst Altona-Bahrenfeld betrieben. Dieser Bilderdienst veröffentlichte nicht nur Zigarettensammelbilder und -alben für Reemtsma, sondern auch für andere Zigarettenfabriken. Zwischen Januar 1932 und Mai 1943 verarbeiteten die Arbeiterinnen und Arbeiter dieses Bilderdienstes 13,75 Milliarden Schecks in Zigarettenschachteln und schickten über 4,13 Milliarden Zigarettensammelbilder an Kunden. Über 18,75 Millionen Sammelalben wurden in Tabakläden und anderen Geschäften verkauft.31 Die Auflage eines Albums konnte zwischen 500.000 und 2.000.000 Exemplaren schwanken. 

Quelle:Felicity Jensz: „Die Welt in Bildern“: Zigarettensammelbilder als Fenster zur Ferne 

Die Alben des Cigaretten-Bilderdienstes Hamburg-Bahrenfeld, einer Reemtsma-Tochterfirma, wurden zum Teil in 16 Sammelgruppen unterteilt.

Sammelgruppe 4 - "Deutsche Märchen" (100 Bilder)1939. Es ersetzte das 1932 erschienene Album "Märchen der Völker" (150 Bilder)des expressionistisch beeinflussten Künstlers Stefan Mart

MÄRCHEN DER VÖLKER



 

Das Sammelbilderalbum "Deutsche Märchen" wurde 1939 vom "Cigaretten-Bilderdienst Hamburg" herausgegeben. Es enthält Märchen der Brüder Grimm, sowie Märchen von Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff und Ernst Moritz Arndt. Die hundert farbigen Sammelbilder im Album zeigen Szenen aus den abgedruckten Märchen. Die Originalillustrationen schuf Paul Hey.(1867-1952).

 

Mit dem Druck der Bilder war die Firma Albert Fischer beauftragt worden und den Text druckte die Offizin Poeschel & Trepte. Das Album kostete ursprünglich eine Reichsmark und war somit für viele erschwinglich.

 

Die Sammelbilder in zwei unterschiedlichen Größen waren einzeln in Zigarettenschachteln enthalten, konnten aber auch beim Cigarettenbilderdienst direkt bestellt werden.